Aus dem prallen Leben gegriffen

Villingen-Schwenningen (uli). Sebastian Schnitzer kommentiert die Wirrungen des Lebens am Piano, Gitarrist Fabian Huger lächelt wissend dazu.
Ihr Ruf eilt ihnen voraus und füllte das Festzelt der Landesgartenschau auch bereits zur Mittagszeit, einer Zeit, in der sich einige Unterhalter schon vor halbleeren Stuhlreihen hatten abplagen müssen: Das konnte dem Herren-Duo "Man(n) singt Deutsch" aus Villingen nicht passieren.
Pianist Sebastian Schnitzer und Gitarrist Fabian Huger haben durch viele Auftritte zwischen Schura und Königsfeld bereits so viele Zuhörer von ihren musikalischen wie humoristischen Fähigkeiten überzeugt, dass sich die Gartenschau-Arena trotz strahlenden Wetters sehr gut füllte.
Und das nicht nur mit Zuhörern, sondern auch mit Leben: Denn die Themen, die die beiden anschnitten, sind die, die jeder kennt und dennoch wünscht, sie mögen einen selbst lieber nichts angehen. Es geht um die schon halb verführte Traumfrau, deren bärenstarker Gatte in letzter Minute und höchst gereizt die Szene betritt, das bedenklich geleerte Konto und das Wissen darum, dass von den Island-Anlagen nichts mehr zurückkommen wird. Oder um die Anblicke, die einem ein FKK-Strand auf Gran Canaria servieren kann, wenn man die Augen nicht schnell genug schließen kann. Die Lacher waren also unbedingt auf der Seite der beiden Villinger Entertainer, die auch musikalisch zu überzeugen wussten.
Ein wenig in den Spuren von Vorbildern wie Eugen Cicero wandelnd, zeigten beide, wie souverän sie swingen können. Flüssig wechselten sich Gitarre und Piano in der Melodie- und Rhythmusfunktion ab, lässig entliehen die Musiker musikalische Farbtupfer vom russischen Folklore-Anklang bis zu Rockabilly, Tango oder Cha-Cha-Cha. Begeisterter Applaus war "Man(n) singt Deutsch" dafür gewiss.
Schwarzwälder Bote 8. August 2010

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